Sensibilisierung für die Menschenrechte


In Zusammenarbeit mit der Robert F. Kennedy-Stiftung engagiert sich das Institut Montana für das Thema Menschenrechte. Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit steht die Fotoausstellung "Speak Truth to Power", die Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten aus aller Welt porträtiert. 

Die Fotoausstellung diente als Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte. Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Welt und der Gründungswerte unserer Schule war dies ein sehr wichtiges Thema. Das Institut Montana wurde 1926 in der Überzeugung gegründet, dass Bildung dazu beitragen kann, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

31. März 2022
Die Ausstellung besteht aus 35 Schwarz-Weiss-Porträts internationaler Aktivistinnen und Aktivisten, die von dem Künstler Eddie Adams aufgenommen wurden und vom 21. Februar bis zum 1. April in der Schule zu sehen waren. Zu den Porträts gehören bekannte Persönlichkeiten wie der Dalai Lama, Martin Luther King, Nelson Mandela und Malala Yousafzi sowie weniger bekannte Personen wie Oscar Arias Sanchez, ein Aktivist aus Costa Rica und Friedensnobelpreisträger. Die Fotos waren im Speisesaal und auf den Fluren des Grossen Hauses ausgestellt, ein passender historischer Hintergrund für die Geschichten dieser Menschen, die gesehen und gehört werden wollen.  

RFK photos

Projekte im Bereich Bildung  
 
Frau Welti, Leiterin der zweisprachigen Sekundarschule, arbeitete mit den Lehrpersonen zusammen, um ein umfassendes Programm an Bildungsprojekten zu gewährleisten. Frau Stephanie Eger, Direktorin der RFK-Stiftung, nahm im Februar an einem Fortbildungstag teil, um mit allen Lehrpersonen über die Ausstellung, das Thema Menschenrechte und die RFK zu sprechen, und Yann Langenhoven von der Stiftung bot den Schülern im März zusätzliche Unterstützung. 
 
Engagement von Ehemaligen  
 
Eine grosse Ehre war auch das Engagement von Yahya Bajwa, einem ehemaligen Schüler des Institut Montana, Jahrgang 1980. Er kehrte für einen Workshop mit Studierenden auf den Zugerberg zurück. Während seiner Schulzeit auf dem Zugerberg träumte Yahya davon, in seinem Heimatland Pakistan ein Internat zu eröffnen. Heute, als erwachsener Aargauer Lokalpolitiker und Dozent, hat er seinen Traum verwirklicht und den gemeinnützigen Verein "Living Education" gegründet, der sich für die Bildung von Mädchen in seinem Heimatland einsetzt. 
 
Im Rahmen seiner Arbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern sprach er über die Gefahren des Einsatzes für die Menschenrechte und erklärte, dass es je nach Thema und Land nicht immer sicher ist, für seine Überzeugungen einzutreten. Living Education setzt sich für die Rechte von Frauen ein, insbesondere für die Bildung von Mädchen aus den ärmsten Gemeinden Pakistans. Das ist eine schwierige Aufgabe, und manchmal müssen Projekte aufgrund von politischem oder religiösem Druck eingestellt werden. 
 
Yahya fühlte sich sofort mit dem Projekt verbunden, als er einen kurzen Film über die Ausstellung sah und das Foto von Asma Jahangir erkannte, die Mitbegründerin der Human Rights Commission of Pakistan (HRCP) ist. Er ist seit fast 20 Jahren Mitglied und hatte die Gelegenheit, Asma mehrmals zu interviewen - sie gewann 2014 den "Right Livelihood Award", der auch als "Alternativer Nobelpreis für Menschenrechte" bekannt ist. Er war sehr daran interessiert, sein Wissen, seine Leidenschaft und seine Erfahrung in die Arbeit mit unseren derzeitigen Schülerinnen und Schülern einzubringen.
 
Eine erfolgreiche Finissage 
 
Am 24. März begrüsste das Institut Montana Dr. Christoph A. Karlo, Präsident der Robert-F.-Kennedy-Stiftung, Schweiz, und Adiba Qasim, eine jesidische Überlebende aus dem Irak, die derzeit an der Universität Genf Völkerrecht studiert und am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik arbeitet. Sie waren Teil einer besonderen Ansprache an Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schule. 

RFK President

Das Programm begann mit einer Rede des Direktors Alexander Biner. Er sprach über die Bedeutung der Menschenrechte und die Verbindung der Schule zu diesem Thema. Ihm folgte Dr. Christoph Karlo, der den Schülerinnen und Schülern erklärte, warum es so wichtig ist, sich sowohl in jungen Jahren als auch als Mitglied eines wohlhabenden Landes wie der Schweiz mit den Menschenrechten und ihrer Bedeutung auseinanderzusetzen. 
 
Die nächste Präsentation kam direkt von den Schülerinnen und Schülern, die erzählten, wie sie über die Menschenrechte recherchiert hatten, indem sie sich entweder mit einer bestimmten Aktivistin, einem bestimmten Aktivisten oder einem Recht beschäftigten. Zwei Schüler präsentierten eine Weltkarte über die Achtung der Rechte von Homosexuellen auf der ganzen Welt. Andere Schülerinnen und Schüler berichteten, dass sie während ihrer Arbeit an diesem Thema nicht glauben konnten, wie sehr (und auf welch grausame Weise) die Menschenrechte in unserer heutigen Welt immer noch verletzt werden. 
 
Die letzte Rede kam von der Aktivistin Adiba Qasim, die erzählte, wie sie als Mädchen nicht zur Schule gehen konnte, obwohl sie es sich immer so sehr gewünscht hatte. Sie erzählte uns, wie sie den anderen Kindern zur Schule folgte und durch die Fenster des Klassenzimmers schaute, um etwas zu lernen. Sie träumte davon, im September in die Schule zu gehen und dafür neue Schuhe zu kaufen. Schliesslich musste sie 2014, im Alter von 19 Jahren, wegen der Gewalt aus ihrem Land fliehen und floh mit ihrer Familie in die Türkei. Schliesslich kam sie in die Schweiz und fand dort Asyl. Endlich konnte sie sich ihren Traum vom Lernen erfüllen und studiert nun an der Universität Genf. Adibas Geschichte war sehr berührend, so dass die Lehrpersonen beschlossen, eine Gruppe von BE-Schülerinnen und -Schülern einzuladen und sie ihre Geschichte hören zu lassen. Es war eine sehr bewegende Erfahrung und endete mit viel Wohlwollen.  
 
Abschliessende Worte 
 
Auch für die Familien wurde eine Besichtigung der Fotoausstellung organisiert. So konnten die Angehörigen der Kinder die beeindruckenden Porträts ebenfalls betrachten, sei dies als Kunstwerk, oder als Ausgangspunkt für eine Diskussion. Wir hoffen, dass die Diskussionen weitergehen und das Menschenrechte ein wichtiges Thema bleibt.

RFK Adiba and students

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